Vor 2 Tagen hatte ich zum ersten Mal, mir fremde Besucher in der Spirale.
Ich habe sie von weitem gesehen.
Und mein erstes Gefühl war: Freude.
Menschen! Da sind Menschen in meiner Spirale. Sie schauen sich das an. Und sie interessieren sich dafür.
Und dann kam ein Gedanke:
Scheiße. Die ist doch noch gar nicht fertig. Die dürfen da doch nicht einfach rein. Ohne mich zu fragen.
Ich habe beobachtet, wie sie langsam weiter in die Spirale hineingegangen sind. Sie waren schon fast im Zentrum.
Zwischen diesen beiden Gedanken / Empfindungen – zwischen Freude und Ärger – habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich wieder wollte.
Ich habe mir erstmal einem Tee gekocht und weiter beobachtet, die beiden Menschen und was da gerade in mir passiert.
Meine Neugier kam zurück.
Warum sind diese Menschen hier?
Ich bin hingegangen.
Und es wurde eine sehr, sehr schöne Begegnung.
Sie hatten sich einfach in der Woche geirrt.
Sie waren eine Woche zu früh.
Und trotzdem wollten sie sich das, was da entstanden ist, nicht entgehen lassen.
Vielleicht hätte ich keinen besseren ersten Besuch haben können.
Denn plötzlich stand da wieder genau das, was ich in den vergangenen Monaten erfahren durfte:
Raum geben.
Grenzen wahrnehmen.
Und bei etwas bleiben.
Heute habe ich erlebt, dass die Spirale auch von selbst beginnt, Menschen anzuziehen.
Menschen betreten sie.
Menschen bewegen sich durch sie hindurch.
Menschen schauen, fragen, entdecken und bringen ihre eigene Wahrnehmung mit.
Und damit verändert sich die Spirale noch einmal.
Sie ist nicht mehr nur meine Arbeit.
Sie wird zu einem Ort, der von anderen Menschen erfahren werden kann.
Und damit stellt sich natürlich die Frage:
Wann ist sie eigentlich fertig?
Ich glaube, sie wird nicht fertig sein.
Nicht am 6. September.
Vielleicht auch nicht danach.
Die Pflanzen werden weiterwachsen, blühen, Früchte tragen und vergehen. Andere werden auftauchen. Das Licht wird sich verändern, die Jahreszeiten werden kommen und gehen. Menschen werden durch die Spirale gehen und wieder ihre eigenen Spuren hinterlassen.
Darin liegt ihre eigentliche Form.
Dass sie sich weiter verändert.
Dass ich nicht alles bestimmen werde.
Dass ich sie irgendwann loslassen muss, ohne zu wissen, was aus ihr wird.
Am 6. September um 14 Uhr möchte ich die Spirale nun offiziell öffnen.
Und das ist gar keine Eröffnung eines fertigen Kunstwerks.
Es ist vielmehr eine Einladung, in einen lebendigen Prozess einzutreten.
Ich lade euch ein, diesen Raum selbst zu betreten.
Langsam hineinzugehen.
Zu schauen, zu hören, zu riechen, zu schmecke, zu fühlen, zu verweilen.
Und vielleicht entdeckt ihr dabei etwas, das ich selbst noch gar nicht sehen kann.
Ich freue mich auf euch.