Feuerfest – über das, was zurückzieht
Je näher meine Ausstellung rückt, desto deutlicher beobachte ich etwas in mir.
Neben all der Freude am Arbeiten, neben dem tiefen Versinken in Material, Formen und Prozesse, tauchen plötzlich alte Gedanken auf.
Gedanken wie:
Das interessiert doch keinen.
Wer will das überhaupt sehen?
Was hast du dir dabei gedacht?
Wie soll das gehen – du hast doch keine Ahnung davon.
Stimmt, ich habe tatsächlich keine wirkliche Ahnung davon, wie man „richtig“ ausstellt.
Es ist das erste Mal, dass ich mit meiner Arbeit in dieser Form nach außen gehe.
Das erste Mal, dass ich etwas so Persönliches und gleichzeitig so Großes sichtbar mache.
Und ich merke, dass da etwas in mir existiert, das mich zurückziehen möchte.
Etwas Altes.
Vertrautes.
Nicht sichtbar werden.
Nicht zu viel Raum einnehmen.
Früher habe ich diese Muster oft bedient, ohne sie überhaupt zu bemerken.
Jetzt kann ich sie sehen.
Und das verändert etwas.
Denn, obwohl diese Gedanken auftauchen, gehe ich weiter.
Nicht gegen mich selbst – sondern mit offenem Blick darauf, was da in mir spricht.
Und es scheint mir, als ginge es nicht nur darum Materialien freizulegen, sondern auch alte innere Strukturen sichtbar werden zu lassen.
Und ich arbeite weiter.
Mit Freude.
Mit Hingabe.
Manche Tage sehr eifrig, weil ich so viele Ideen sehe und am liebsten alles gleichzeitig umsetzen möchte.
Und dann kommen wieder diese stillen Momente, in denen ich ganz ruhig werde und vollkommen in meiner Arbeit versinke.
Ich denke Mut bedeutet nicht, keine Zweifel zu haben.
Mut bedeutet einfach, trotzdem weiterzugehen.