Feuerfest – Über das, was bleibt
Es gibt Momente im Leben, die man sich nicht aussucht.
Momente, in denen etwas verschwindet, das gerade noch selbstverständlich da war.
Mein Schuppen ist abgebrannt.
Meine Werkstatt.
Meine Außenküche.
Mein Holz.
Ein Ort, an dem ich gearbeitet habe, gedacht habe, geschaffen habe – ist in
Flammen aufgegangen.
Und ja, ich könnte verzweifelt sein.
Aber ich bin es nicht.
Was ich stattdessen spüre, ist etwas anderes: Ehrfurcht.
Vor einer Kraft, die größer ist als ich.
Vor dem Feuer, das nicht fragt, nicht bewertet, nicht innehält.
Es hat genommen.
Radikal, vollständig.
Und gleichzeitig hat es mir etwas gezeigt, dass ich nicht übersehen kann:
Ich bin Teil von etwas viel Größerem.
Und wie eingebunden ich bin in etwas, das weit über mich hinausgeht.
Ich stehe zwischen verkohlten Resten und spüre keine Angst.
Sondern eine stille Klarheit.
Feuer zerstört – ja.
Aber es hinterlässt auch etwas.
Asche.
Und Asche ist nicht das Ende.
Sie ist Anfang.
Sie ist Nahrung für den Boden, aus dem Neues wächst.
Dieser Zyklus ist nicht nur in der Natur.
Er ist in uns – als kleiner Teil eines großen Ganzen, von dem wir uns oft getrennt
glauben.
Auch wir tragen Feuer in uns.
Es kann zerstören – oder wärmen.
Es kann vernichten – oder verwandeln.
Und vielleicht liegt genau darin unsere Verantwortung:
Nicht, ob es brennt.
Sondern wie wir mit diesem Feuer leben.
In den letzten Tagen habe ich unglaublich viel Unterstützung erfahren.
Menschen haben gegeben, geholfen, getragen.
Auch daraus wächst etwas.
Und so ist aus der Asche eine Idee entstanden.
Ich werde aus den Überresten eine Installation erschaffen.
Aus Holz, das dem Feuer standgehalten hat.
Aus Fragmenten, die geblieben sind.
Aus Formen, die ich weiterarbeite, schleife, verändere – in einem Prozess, der das
Feuer nicht negiert, sondern aufnimmt.
Der Titel ist „Feuerfest“.
Im doppelten Sinn.
Es geht um Material, das nicht vollständig verbrannt ist.
Und um das, was in uns bestehen bleibt, selbst wenn etwas zerbricht.
Am 6. Juni werde ich diese Arbeit zeigen – im Rahmen der Offenen Gärten.
Es wird kein klassisches Ausstellen sein.
Es wird ein Ort sein.
Zum Schauen.
Zum Fühlen.
Zum Sprechen.
Über Feuer.
Über Naturkräfte.
Über Verlust und Wachstum.
Über das, was geht – und das, was bleibt.
Vielleicht auch darüber, wo unser eigenes inneres Feuer steht.
Ob es uns verbrennt.
Oder nährt.
Ich glaube, wir entscheiden das nicht immer bewusst.
Aber wir können lernen, es zu sehen.
Und vielleicht beginnt genau dort etwas Neues.